No 5 Squadron
Mit Beginn des Jahres 1960 startete bei der 5. Staffel die Konversionsphase zur Gloster Javelin FAW5, beginnend mit der XH690. Vorerst wurden auch die bisherigen Meteor NF11 weiter verwendet.

US Air Force Detachment
Zu Beginn des Monats kam die Vorhut einer US Air Force Einheit, das Detachment No 5 an. Sie hatten das Atomwaffenlager zu überwachen, das mit US Atombomben bestückt werden sollte. Die Einheit bestand aus etwa 4 Offizieren und 34 Soldaten. Erster Befehlshaber war Captain Bowers. In Zukunft würden die Canberra B(I)8 Bomber der 16. Staffel bereitstehen für Einsätze mit diesen Atombomben.

Canberra-Absturz No 16 Squadron
Ein Canberra Bomber B(I)8 der 16. Staffel - WT334 - trudelte aus einer Wolke zu Boden, nachdem er seine Übungsbomben auf dem Luft-/Boden-Schießplatz Nordhorn-Range abgeworfen hatte. Beide
Besatzungsmitglieder, Fg Off Michael Watts and Flt Lt Graham Byford, kamen ums Leben.
Atomwaffen – No 16 Squadron
Im Jahre 1960 erhielt RAF Laarbruch (16. Staffel) als erster deutscher Stützpunkt amerikanische taktische Atomwaffen vom Typ Mark 7. Bei der Anlieferung mit einer amerikanischen Hercules ereignete sich gleich ein ernster Zwischenfall, über den Station Commander Wheeler berichtete.

No 5 Squadron – letzter Nachtjägereinsatz
Keith Fitchew überführte eine von drei Meteor NF11 der 5. Staffel von RAF Laarbruch nach RAF Lyneham. Dies war der letzte Nachtjägereinsatz mit diesem Flugzeugmuster. Keith Fitchew: “I flew the last Meteor NF11 to the MU at RAF Lyneham from No.5 Squadron at Laarbruch on August 16th 1960.This was the last Meteor night fighter sortie flown in the RAF.” Das Aufklärungsfoto (unten) dieses Abschiedsflugs wurde aufgenommen aus einer Canberra PR7 der No 31 Squadron.

Volle nukleare Einsatzbereitschaft
Die Royal Air Force Germany erklärte am 15. September offiziell die volle atomare Einsatzbereitschaft. Rund um die Uhr standen im QRA-Bereich (Quick Reaction Alert) zwei Canberra B(i)8 der 16. Squadron samt Besatzung voll bewaffnet und einsatzbereit parat und waren im Falle eines Angriffs innerhalb von 15 Minuten in der Luft.
Die amerikanischen Wachmannschaften der Nuklearwaffen gehörten anfangs zum „Detachment 7232nd Munitions Maintenance Group” aus Wiesbaden. “Detachment 3. 7149th TFW” aus Spangdahlem übernahm die Verantwortung am 1. Juli 1968.
Sechzig Mann Personal gehörten zu der Abordnung, und sie blieben jeweils drei Jahre. In der QRA war es ein amerikanischer Alert Duty Officer (ADO), der die Waffen im Ernstfall auf Befehl freigeben würde. Die US-amerikanischen Soldaten bewachten den Bereich innerhalb des Geländes. Die RAF-Police lief zusätzlich außerhalb des doppelt umzäunten Bereichs mit ihren Hunden Wache. .
König Baudouin von Belgien
Der belgische König Baudouin besuchte die Royal Air Force Hauptquartiere in Goch und Laarbruch. Auf dem Foto verlässt er gerade das Hauptquartier (Station Headquarters) in Goch, um dann nach Laarbruch zu fahren.
Die Gocher Bevölkerung hatte gehofft, den Regenten während der Vorbeifahrt im Auto sehen zu können, wurde allerdings enttäuscht.

Bau der Mauer in Berlin
Die internationalen Spannungen um den Bau der Berliner Mauer führten auch zu erhöhter Bereitschaft auf RAF Laarbruch. Die in Bereitschaft stehenden Jagdflugzeuge der 5. Staffel wurden mehrfach zum Alarmstart aufgefordert, unter anderem, um ein bei der Flugsicherung
nicht korrekt angemeldetes Verkehrsflugzeug abzufangen. Flugzeuge der 16.Staffel waren zu dem Zeitpunkt zum Manöver nach Akrotiri/Zypern abgeordnet. Sie wurden umgehend zurückbeordert.
Canberra-Absturz No 31 Squadron
Beide Triebwerke der Canberra PR7 – WT511 - fielen während eines Tieffluges aus. Die Ursache ist unbekannt, möglicherweise war es Treibstoffmangel. Das Aufklärungsflugzeug streifte dann Bäume
etwa 5 Meilen nordwestlich von Munster. Beide Besatzungsmitglieder, Fg Off David Richards und Master Navigator (M Nav) Peter Sanders, kamen ums Leben.
Reichswaldkaserne
Am 1. Dezember 1961 wurde RAF-Goch von den Briten an die deutsche Luftwaffe abgegeben und hieß ab 1964 offiziell Reichswaldkaserne. Die Flagge der RAF wurde feierlich eingeholt und an ihrer Stelle die deutsche Dienstflagge (mit Adler) gehisst. Bis zur Auflösung der Kaserne im Jahr 2005 war hier das Fernmelderegiment 33, später Radarführungsregiment 1 der deutschen Luftwaffe stationiert.
RAF-Police Wachmann erschossen
Corporal Clement Burgess (24) wurde bei der Überwachung des QRA-/SSA-Geländes um etwa 11:35 Uhr von einem Offizier der USAF Überwachungsmannschaft (versehentlich) erschossen. Es gab eine offizielle Untersuchung des Vorfalls bereits am 6.3.1962.
Javelin-Absturz No 5 Squadron
Beide Besatzungsmitglieder, J H Adam and Flt Lt C M H Pinker DFC, des Jagdflugzeugs Gloster Javelin FAW5 mit der Kennung XA645 „B“ retteten sich mit
dem Schleudersitz aus 1000 Fuß (ca 300m) Höhe, nachdem das linke Triebwerk während eines Alarmstarts ab RAF Laarbruch Feuer gefangen hatte.
Das Feuer breitete sich über das gesamte Heck des Flugzeugs aus. Der Allwetterjäger zerschellte gut 6 km nordwestlich von Wesel.

Straelen – Besuch des Stadt- bzw. Gemeinderats – Nieukerk
Der Straelener Stadtrat stattete der Basis einen Besuch am 17.10. ab. Auch der Gemeinderat Nieukerk lernte folgte einer Einladung zur Führung und zum anschließenden Tee und Meinungsaustausch in der Offiziersmesse.
Laarbruch Gliding Club – LGC – Laarbrucher Segelflugclub (1)
Tim Oulds war von 1959 bis 1962 Mitglied der 5. Staffel. Außerdem war er Mitglied des Laarbruch Gliding Club, der ab etwa 1966 „Two Rivers Gliding Club“ hieß. Tim, der nun in Neuseeland lebt, ließ dem Museum einige sehr interessante Fotos aus seiner Laarbrucher Zeit zukommen, darunter die folgende Luftaufnahme, die die südwestliche Ecke der RAF-Basis zeigt.Unten rechts im Bild Hangar 1, heute das Terminal des Airport Weeze. Bild etwa Mitte 1962 aufgenommen.

Laarbruch Gliding Club – LGC – Laarbrucher Segelflugclub (2)
Einige der Segelflugzeuge des Laarbruch Gliding Club im Hangar im unteren Bild.
Die Personen sind im Uhrzeigersinn : Jim Adam (im gelben Pullover - Pilot) 2. Chas Morgan (Navigator) 3. Robin Willis-Fleming (Navigator) und Sam St. Pierre (Pilot), alle von der No 5 Sqn. Jim Adam und sein Navigator, Chas Pinker (ein Maori) stürzten mit einer Gloster Javelin FAW5 überdem Rhein nahe Wesel ab, retteten sich allerdings mit dem Schleudersitz.am 7. Juni 1962. Bild etwa Mitte 1962 aufenommen.

Konversion No 5 Squadron
Am 1. November 1962 begann die Konversionsphase von der Gloster Javelin FAW5 zur modernisierten FAW9. Die Staffel wurde anschließend offiziell am 11. Dezember nach RAF Geilenkirchen verlegt und erhielt dort Gloster Javelin FAW9 Jets. Die FAW9 (Fighter All-Weather Mark 9) war eine verbesserte Version mit stärkerem Radar, größerer Treibstoffkapazität und Nachbrenner-Triebwerken.

Laarbruch Amateur Dramatic Society
Am 7. und 8. Mai führten die Amateurschauspieler das Agatha Christie Stück "Mord im Pfarrhaus" („The Murder at the Vicarage„) im ASTRA Kino auf. Das Schauspiel wurde zum Command Drama Festival angemeldet.

Kindergarten Laarbruch
Der Laarbrucher Kindergarten wurde durch Mrs Gordon Jones, Ehefrau des Air Officer Commanding, eröffnet. Sie enthüllte eine Erinnerungsplakette im Eingangsbereich des Kindergartens. Ihr Ehemann inspizierte gleichzeitig die 16. Staffel.

Nijmegen Vierdaagse
Auch in diesem Jahr nahmen wiederum Abordnungen der RAF Laarbruch an den traditionellen Nimwegener Vierdaagse Märschen teil.
Auch die Dudelsackspieler der Station Pipe Band nahmen als geschlossene Gruppe teil. Sie waren die erste Militärkapelle, die während der Vierdaagse den kompletten Kurs von 100 Meilen (ca 160 km) schafften. Sehr oft spielten sie ihre Instrumente während des
Marschierens. Die Station Pipe Band wurde für ihre ausgezeichnete Leistung mit dem niederländischen Juliana-Orden ausgezeichnet.

Sassoon Trophy für No 31 Squadron
Commander-in-Chief Air Marshal Sir Robert Lees K.C.B., C.B.E., D.F.C. stattete der Station einen Besuch ab, um der 31. Staffel die Sassoon Trophäe für beste Ergebnisse in der Luftaufklärung) zu überreichen.

Übungsszenario: Laarbruch durch Atombombe vernichtet
Das Übungsszenario während des Manövers sah vor, dass Laarbruch während der jährlich stattfindenden NATO-Übung "Lion Vert" vom 2. - 12. September am 11. Sept. 1963 durch eine Atombombe ausradiert wurde. Es war bereits der zweite Atomangriff während dieser Übung.
Während des Kalten Krieges war diese atomare Bedrohung des Westens durchaus ernst zu nehmen. Glücklicherweise trat dieser Ernstfall nie ein.
Flugplatzkommandant
Group Captain J N Stacey DSO DFC RAF folgte auf Grp Cpt C S G Stanbury. Er blieb bis 28.02.1966

Redakteurin der Rheinischen Post flog in Canberra mit
Fräulein Renate Valkysers (So wird sie im Stationstagebuch benannt.)
erhielt als Redakteurin der Rheinischen Post die Chance, in einer Canberra T4 mitzufliegen. Der Flug dauerte 1 Stunde 20 Minuten. Sie schilderte ihre Eindrücke in einem Artikel, der am 16.11.1963 erschien.
Pilot der Canberra war Barry Nelson.

Attentat auf amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy
Der Mordanschlag auf John F. Kennedy in Dallas hatte neben der Trauer um den Tod des amerikanischen Präsidenten weitere Auswirkungen auf RAF Laarbruch.

Ursprünglich war der Besuch von Prinz Philip (siehe 3.12.1964) für Freitag, den 29.11.1963 geplant. Wegen der Trauerfeierlichkeiten in den USA und der Teilnahme des Prinzen am Begräbnis musste dieser Besuch verschoben werden. Trotzdem fand die Generalprobe für den königlichen Besuch am 26.11. statt.
Prinz Philip drückte mit einer persönlichen Nachricht sein Bedauern darüber aus, dass der Besuch nicht stattfinden konnte.

Canberra Bruchlandung – No 31 Squadron
In der Nacht auf den 16. Januar wurde die Canberra PR7 - WT510 - der 31. Staffel bei der Bruchlandung nach Triebwerksproblemen schwer beschädigt (4. Kat.). Die Crew blieb unverletzt. Pilot war Fg Off Turner.
Sparkassenzweigstelle
Im Block 3, Zimmer 16, errichtete die Sparkasse ihre erste Zweigstelle. Roy Foreman war der Zweigstellenleiter. Erst im Jahr 1972 sollte die Sparkasse im Gebäude 202 zwischen Astra Kino und der Kirche St. Peter‘s eine eigene Filiale errichten. Im Laufe der Zeit erwies sich auch dieses Gebäude als zu klein. Um die Wünsche der britischen Kundschaft besser bedienen zu können, wurde im Jahre 1981 ein neues Gebäude in der Edgware Road, ebenfalls in unmittelbarer Nähe zur anglikanischen Kirche bezogen.

Zeilenbauten Weller / Berliner Straße
Im Laufe des Jahres 1964 wurden die fünf Zeilenbauten zwischen der Weller Straße und der Berliner Straße errichtet. Erstbezug durch Angehörige der RAF war dann im Herbst 1964.

Besuch des britischen Verteidigungsministers
Am 14. September besuchte der Verteidigungsminister, der „sehr ehrenwerte“ Hugh Fraser MBE, MP die Station, begleitet vom Oberkommandierenden Air Marshal Sir Ronald Lees, ECB, CBE, DFC, RAF. Der Minister und seine Begleitung wurden durch den Flugplatz-
kommandanten bei der Ankunft begrüßt und bei ihrem Besuch der beiden fliegenden. Staffeln, Nos 16. und 31 begleitet. Sie besuchten auch alle anderen wichtigen Einheiten auf RAF Laarbruch.

Prince Philip auf RAF Laarbruch
Seine königliche Hoheit, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh und Prinzgemahl von Queen Elizabeth II, besuchte RAF Laarbruch an diesem kalten Wintertag. Der Besuch war ursprünglich für den 29.
November des vergangenen Jahres geplant gewesen und musste wegen der Ermordung des amerikanischen Präsidenten und der Teilnahme des Prinzen an den Trauerfeierlichkeiten ausfallen.(s. 22.11.1963).

Prinz Philip landete in der von ihm selbst gesteuerten Andover um 12:50 Uhr auf Laarbruch. Der hohe Besuch wurde vom Air Marshall Sir Ronald Lees, dem britischen Botschafter in Deutschland, Sir Frank Roberts und dem Flugplatzkommandanten Group Captain J.N. Stacey begrüßt. Die RAF Germany zeigte den hohen Ausbildungsstand durch Flugvorführungen der 16. und 31. Staffeln.

Eröffnung Bowlingbahn
Im Dezember wurde als weitere attraktive Freizeitmöglichkeit eine Bowlingbahn im Gebäude 22 eröffnet. Die Bowlingbahn befand sich fast am Ende der Piccadilly Straße, wo auch die Unterkünfte für die unverheirateten Soldaten, die sogenannten H-Blocks, standen. Auch der Airmen‘s Club (oder Eclipse-Club) war in der Nähe.

Krise in Malaysia - No 16 Squadron
Wegen der Krise in Malaysia wurden acht B(i)8 Canberras der 16. Staffel mit elf Besatzungen und dem notwendigen Bodenpersonal bis Juni zur fernöstlichen Luftwaffe nach Kuantam, Malaysia abkommandiert. Die in Laarbruch verbleibenden fünf Flugzeuge und Besatzungen bedienten weiterhin die QRA in einer 3-Stunden-Bereitschaft. Die Krise dauerte von Februar bis Juni 1965.
Rosenmontagszug – Dudelsackkapelle
Schon traditionell war auch in diesem Jahr wieder die Beteiligug Laarbrucher Einheiten an den Rosenmontagszügen der umliegenden
Städte. Das Auftreten der Dudelsackkapelle im Straelener Rosenmontagszug z.B. wurde von der Bevölkerung sehr begrüßt. Der Zug dort dauerte bei bitterer Kälte drei Stunden. Ein in Laarbruch gebauter Festwagen (s. Foto) nahm am Gocher Rosenmontagsumzug teil.

Übergabe eines Klettergerüstes an Gemeinde Weeze
Der Kommandant des Flughafens, Group Captain Stacey, übergab dem Weezer Bürgermeister Freiherr von Vittinghoff-Schell ein Klettergerüst in Form eines Flugzeuges als Geschenk der Royal Air Force. Mit dem Geschenk sollten die guten Beziehungen zwischen der Gemeinde und der Royal Air Force Basis gewürdigt werden. Auch bei dieser Gelegenheit spielte die Laarbrucher Dudelsackkapelle, bestehend aus freiwillig tätigen Musikanten.
Red Arrows Flugschau 1965
Am 6. August führten die Red Arrows zum ersten Mal in Deutschland ihr komplettes Programm auf RAF Laarbruch vor. Sie flogen das Flugzeugmuster Folland Gnat (s. Foto). Am folgenden Tag gab es eine offizielle Vorführung auf RAF Geilenkirchen. 1965 war das Jahr, in dem die Red Arrows mit ihren Vorführungen begannen. In diesem Jahr gab es 65 Shows in Großbritannien, Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien und Deutschland.

50. Gründungstag der 16. und 31. Staffel
Die 16. und 31. Staffel begingen ihren 50. Geburtstag mit einem staffelinternen Tag der Offenen Tür“. Die geplanten Flugvorführungen mit den Canberras der Staffeln mussten wegen schlechten Wetters ausfallen. Mit einem festlichen Abendessen für alle Staffelmitglieder klang der Tag aus.
Sassoon Trophy für No 31 Squadron
Während seines Abschiedsbesuchs auf der Station überreichte der Oberkommandierende der RAF Germany, Air Marshall Sir Robert Lees KCB, CBE, DFC, der 31. Staffel die beim jährlichen Aufklärungswettbewerb gewonnene Sassoon Trophäe. Auch 1963 hatte die Staffel die Trophäe gewonnen. Zur Feier fand im Staffelhangar eine kurze Parade statt. Staffelchef Wing Commander Scott hatte seine Einheit zum zweiten Mal zu diesem Erfolg geführt.

Flugplatzkommandant
Group Captain K Stevens MA RAF übernahm das Kommando über die Station von Group Captain J N Stacey DSO DFC RAF. Er blieb bis zum 03.10.1968

Kommunalpolitiker zu Gast bei der RAF
Oberkreisdirektor Smeets und weitere Politiker informierten sich laut einem Bericht der Rheinischen Post vom 29.3.1966 über die Einsatzmöglichkeiten der Royal Air Force Germany. Neben den hier
stationierten Canberras demonstrierten auch zwei Lightning Abfangjäger einer benachbarten RAF Station ihre Flugübungen.

Canberra-Unfall – No 31 Squadron
Die 31. Staffel nahm mit einer Canberra an der Übung Round Robin auf dem Stützpunkt der deutschen Luftwaffe in Ingolstadt / Manching teil. Beim Einweisen auf die Parkposition streifte der linke Flügel ein Tankfahrzeug. Das Flugzeug erlitt dadurch einen wirtschaftlichen Totalschaden und wurde am 9.5. aus dem Dienst genommen. Das Wrack wurde nach Laarbruch geschafft für Feuerlösch- und Rettungsübungen.
No 16 Squadron – Luftfahrtschau in Hannover
No 16 Squadron nahm mit vier Canberra B(I)8 an der alljährlichen Luftfahrtschau in Hannover teil. Eine Canberra wurde für ein Solo-Display geflogen von Flying Officer Brooke. Mike Brooke schrieb über sein Leben in der Royal Air Force ein Buch mit dem Titel „A Bucket of Sunshine – Life on a Cold War Canberra Squadron“. Mehrere Kapitel befassen sich auch mit dem Einsatz auf RAF Laarbruch, wo er
seinen ersten Job als Pilot bei der 16. Staffel bekam.. Blutjungen Piloten vertraute man den Einsatz der dort gelagerten Atombomben an. Mit dem Begriff „A Bucket of Sunshine / Ein Eimer voll Sonnenschein“ wird im RAF Jargon verniedlichend und verharmlosend die gewaltige Explosion benannt, die eben diese Atombombe an Bord der Canberra-Bomber auslösen könnte.

Freundschaftstreffen des Tambourcorps Weeze
Zu einer Veranstaltung des Tambourcorps in Weeze war auch die Station Pipe Band (Dudelsackkapelle aus Freiwilligen) des britischen Luftwaffenstützpunktes eingeladen und erfreute wie schon so oft die Weezer Bevölkerung mit ihren Darbietungen.
Canberra-Absturz – No 16 Squadron
Beim Pilotentraining wurden auch Notfälle simuliert wie Landeanflüge mit nur einem Triebwerk. In der letzten Phase eines solchen asymmetrischen Übungslandeanflugs auf RAF Gütersloh stürzte der Canberra Bomber B(I)8 – XM270 bei Friedrichsdorf ab. Der Pilot Fl. Off. T. D. Taylor rettete sich mit dem erst kürzlich modernisierten Mk2 Schleudersitz und erlitt äußerlich nur kleinereVerletzungen. Er konnte sich bei der Befragung durch die routinemäßig einberufene Unfallkommission allerdings an die Vorkommnisse, die letztlich zum Kontrollverlust über das Flugzeug führten, jedoch nicht erinnern. Der Navigator Fg Off J V Lanfranchi schaffte es nicht, das Flugzeug zu verlassen und starb beim Aufprall. Viele Jahre war die 16. Staffel von tödlichen Unfällen verschont geblieben.

RAF Laarbruch Flying Club
im Sommer 1967 wurde der Laarbrucher Flying Club gegründet.
Major Nick Nichols, der der auf Laarbruch stationierten Armeeeinheit No 21 Royal Signals angehörte, war der Gründer. Das erste Flugzeug war eine alte Auster 3, die man erwarb, nachdem eine noch auf dem
Stützpunkt vorhandene, aber lange ausgemusterte Prentice für £ 100 verkauft werden konnte. Das Kennzeichen der Auster, die bereits im Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden war, war G-AREI. Allerdings wurde ihr bei Aufnahme des Flugtrainings der Spitzname „The Yellow Peril“ gegeben: die gelbe Gefahr. Das Foto zeigt die Auster nach einem Flug zur Insel Texel zurück auf Laarbruch.

Luftwaffenchef der RAF besuchte Laarbruch

Air Chief Marshall Grandy besuchte erstmals seit seiner Ernennung zum Chief of the Air Staff CAS die RAF Stationen auf deutschem Boden. Er wurde begleitet vom Oberbefehlshaber der RAF Germany, Air Marshall Sir Denis Spotswood.
Platzkonzert des Royal Corps of Signals
Die Band des Royal Corps of Signals besuchte an diesem Tag das auf Laarbruch stationierte Regiment der Royal Signals. Um 17:15 Uhr fand vor dem neuen Rathaus der Gemeinde Weeze der Zapfenstreich statt. Dabei führte die Band auch das Musikstück auf, das beim Einholen der offiziellen Flagge bei Sonnenuntergang gespielt wird. Nach dem Konzert erhielt Oberstleutnant Gordon Nielson bei einem Empfang im Rathaus eine Anerkennungsurkunde, mit der die guten Beziehungen zur Gemeinde dokumentiert wurden.

Weihnachtssingen in Goch und Weeze
Kurz vor Weihnachten überraschten britische Familien vom Flugplatz Laarbruch die Gocher und Weezer Bevölkerung mit einem stimmungsvollen Weihnachtssingen auf dem Marktplatz.
Die Aktion „Christmas Carol Singing“ erfreute sich großer Beliebtheit bei den Briten.
No 3 (F) Squadron
Die Staffel kam von RAF Geilenkirchen, ausgerüstet mit der Canberra B(i)8. Der Stützpunkt Geilenkirchen sollte aus Kostengründen von der RAF geschlossen werden. Motto: Die Dritten werden die Ersten sein.
Dies ist eine Erinnerung daran, dass die 3. Staffel (RFC) als erste mit Luftfahrzeugen ausgestattet wurde, die schwerer als Luft waren.
Staffelabzeichen: Auf einem Steinblock steht ein Fabelwesen,
halb Drache, halb Hahn, anerkannt durch King George VI im
September 1937. Dieses Geschöpf wurde gewählt, weil es in der Fabelwelt die erste fliegende Kreatur war.
Theater „The Phoenix“ eröffnete
Das Stationstheater mit seinen freiwilligen Schauspielern etablierte sich in einem ungenutzten Küchengebäude in der Nähe der Bowlingbahn. Die erste Produktion hieß „The Secret Tent“ (Das geheime Zelt). Gründer und treibende Kraft war Major Lief Welton. Nach ihm wurde einige Jahre später das Theater benannt.
Salmond Trophy für No 3 (F) Squadron
Gerade erst auf Laarbruch angekommen, erflog sich die 3. Staffel durch präzise Bombardierung von Übungszielen die „Salmond Trophy“. Bereits im Vorjahr war die Staffel, noch von RAF Geilenkirchen aus fliegend, Gewinner des Wettbewerbs. Überreicht wurde die Auszeichnung vom Oberbefehlshaber der RAF Germany, Commander-in-Chief Air Marshal Sir Denis Spotswood.
Lehrgang „Bergung verunglückter Piloten“
Neben der Flughafenfeuerwehr der RAF könnten auch die örtlichen freiwilligen Feuerwehren in die Notwendigkeit kommen, bei einem Absturz helfen zu müssen. Deshalb bestand seit Öffnung des Standorts eine enge Zusammenarbeit mit den zivilen Feuerwehren. Die Weezer und Wember Feuerwehren unter Leitung von Oberbrandmeister Engbroks besuchten die Laarbrucher Kameraden, um die Kenntnisse in der Bergung verunglückter Piloten aufzufrischen. Flt Lt Houtgham führte die Besucher durch das Programm und die praktischen Übungen.


Royal Flush 13 – Aufklärungswettbewerb
Neben einer Laarbrucher Staffel mit Canberra PR7 nahmen holländische, belgische, französische,deutsche und US-amerikanische Staffeln an diesem zweijährlich stattfindenden Wettbewerb teil.
Unter Ernstfallbedingungen musste jede Besatzung Aufklärungseinsätze in ganz Europa fliegen. Gefragt waren auch die unterstützenden mobilen Fotoentwicklungseinheiten, die die Filme mit den Aufklärungsfotos möglichst schnell und qualitativ hochwertig entwickeln mussten. Im Foto ist zu sehen, wie ein Groundcrewmitglied den Behälter mit dem Filmmaterial der hinteren (Senkrecht-)Kamera aus der Canberra PR7 im Laufschritt zur Auswertung bringt.

50. Geburtstag Royal Air Force
Die RAF Germany feierte den 50. Geburtstag der Royal Air Force mit einem Tag der Offenen Tür auf dem Stützpunkt RAF Wildenrath. Auch Flugzeuge und Einheiten der Basis Laarbruch nahmen teil. 150.000 Zuschauer, die u.a. die Red Arrows und die Fallschirmspringer der Red Falcons sahen, kamen zu der Show. Der neue Senkrechtstarter Harrier zeigte erstmals sein Können in Deutschland.

Sowjetischer Einmarsch in die Tschechoslowakei
Der sowjetische Einmarsch in die Tschechoslowakei beendete den „Prager Frühling“ abrupt und erhöhte die Spannungen zwischen Warschauer Pakt und der NATO. Auf Laarbruch erhöhte die RAF Germany die Anzahl an mit Atombomben bestückten, startbereiten Canberras in der QRA.
Douglas C-124 C Globemaster
Am 26. Aug. landete eine C-124 C Globemaster der US Air Force auf RAF Laarbruch. Nach unseren Unterlagen ist dies das von der Spannweite her größte Flugzeug, was je auf Laarbruch gelandet ist. Info: Spannweite 53 m, Länge 40 m - Die heutigen Ryanair Boeing 737 haben zum Vergleich 35,79 m.

Besuch Gocher Stadtvertreter
Die Verbundenheit Laarbruchs nicht nur zu Weeze, sondern auch zur Stadt Goch, zeigte sich beim Besuch des Gocher Stadtdirektors Riemen und weiterer Stadtvertreter. Group Captain Stevens zeigte ihnen den Standort und erklärte die Aufgaben der einzelnen Staffeln. Stadtdirektor Riemen suchte drei Ziele aus, die von einer Canberra-Besatzung der 31. Aufklärerstaffel angeflogen wurden. Noch vor Ende des Besuchs hielt man die entwickelten Fotos beispielsweise des neuen Gocher Krankenhauses in den Händen.
Flugplatzkommandant
Group Captain R B Roache DFC RAF übernahm das Kommando von Grp Cpt K Stevens MA RAF.

Premiere im Phoenix-Theater
Zur Eröffnung der Theatersaison 68/69 brachten die „Laarbruch Players“ unter der Leitung von Major Lief Welton die Komödie „Once a Rake“ (Einmal ein Windhund). Zur Premiere am Montag kamen auch
deutsche Schüler.
2. Besuch Prinz Philip
Beim zweiten Kurzbesuch war Seine Königliche Hoheit, Prinz Philip, von 12 Uhr bis 16:30 Uhr auf RAF Laarbruch. Der erste Besuch war am 3.12.1964. Auch der Oberkommandierende der RAF Germany,
Air Marshall C.N. Foxley-Norris und der Botschafter Ihrer Majestät, Sir Roger Jacklin und andere hohe Offiziere waren Gäste des Herzogs von Edinburgh auf RAF Laarbruch.

Dudelsackkapelle auf Rekordjagd
Die schottische Pipe Band der RAF Station Laarbruch wollte an diesem Samstag in der Vorweihnachtszeit einen Rekord aufstellen, in dem sie versuchte, an einem Tag mehr als 15 Auftritte im Kreisgebiet nacheinander zu absolvieren., Die Dudelsackband führte ihre Musik in und vor
Schulen, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen des Kreises auf. Diese Auswahl sollte zu einem noch besseren Verständnis zwischen den stationierten Soldaten und der Bevölkerung beitragen.
Weihnachtssingen vor dem Altenheim
Wie schon im Vorjahr fand mit dem Weihnachtssingen ein weiteres
musikalisches Highlight vor dem Weezer Altenheim, dem Theresienstift, statt. Der Laarbrucher Chor wurde beim Christmas
Carol Singing von der Royal Air Force Laarbruch Station Band begleitet.

Laarbruch Singers führten Operette auf
Mitte Januar führte das Ensemble der Laarbruch Singers die in Großbritannien bekannte und beliebte Operette H.M.S. Pinafore im Phoenix Theater auf. Zu den fünfzehn stimmgewaltigen Akteuren gehörten auch zwei Schauspieler der Phoenix-Schauspieltruppe. Szenenapplaus gab es für die Gesangsdarbietungen des Stationsarztes Senior Medical Officer John Godall, der die Operette auch inszeniert hatte. Norman Puddy hatte als Pianist eine Menge zu tun, alle Sänger während der zweistündigen Aufführung zu begleiten.
Inter-Services-Drama-Festival of 1969
Vom 17. bis zum 21. März organisierte das Phoenix-Theater auf Laarbruch unter Leitung von Major Lief. A. Welton das Inter-Services-Drama-Festival, bei dem die Theatergruppen von 15 verschiedenen britischen Militärstandorten ihr Können zeigten. Mit ihrem Thriller „Ladies in Retirement“ – „pensionierte Damen“ erreichten die Laarbrucher Akteure unter 15 Ensembles einen unerwarteten 6. Platz. Besonders der Kulissenbau wurde von der Jury gelobt.
Deutsch-britischer Jugendclub
Zur kulturellen Pflege der deutsch-britischen Beziehungen wurde im März 1969 in Zusammenarbeit der Städte Goch und Weeze mit dem Flugplatz Laarbruch ein Jugendclub gegründet. Zwanzig junge
Mädchen waren aus Goch und Weeze mit dem Bus geholt worden, um das deutsche Element zu vertreten. In einem Gebäude auf dem Flugplatz standen den Jugendlichen ein Billard-, ein Musikzimmer und eine Bar mit Discoraum zur Verfügung. Jede Woche gab es fortan einen
Clubabend, alle 14 Tage eine Discoveranstaltung. Miss Joan Wilson als Verantwortliche hatte ein waches Auge auf das Geschehen und sorgte auch dafür, dass die Gäste sich wohlfühlten und rechtzeitig mit dem Bus wieder nach Hause gebracht wurden.
1. Easter Rally des Laarbruch Flying Club
Zu Ostern 1969 veranstaltete der Club der Laarbrucher Motorflieger seine erste Flugrally. Sqn Ldr 'Phil' Phillips hatte die Idee, und so wurde der RAF Cranwell Flying Club eingeladen. Die Gäste kamen mit zwei „Tiger“-Flugzeugen. Die Veranstaltung wurde ein großer Erfolg und daraufhin jährlich durchgeführt.

Platzkonzert der Königlichen Husaren
Die Königlichen Husaren / Royal Husars aus Paderborn boten den Weezer Bürgern an diesem kalten Abend auf dem Cyriakusplatz ein Platzkonzert. Auf dem Balkon des Rathauses sahen sich die geladenen Gäste den Aufmarsch der etwa 35-köpfigen Kapelle in ihren malerischen Uniformen an.

Besichtigungsfahrt
Gemeindedirektor Gödde zeigte Group Captain Roache und den Damen und Herren seines Stabes auf einer Rundfahrt durch das Gemeindegebiet die neuesten Entwicklungen wie das Hallenbad, die Johannesschule, das Wasserwerk und die Sparkasse, aber auch den größten Arbeitgeber, die GeGe-Werke.
Weezer Kirmes
Die alljährliche Weezer Kirmes zeigte einmal öfter ihre völkerverbindende Wirkung. Neben den Briten zeigten dieses Mal auch die Amerikaner des Standorts Präsenz und fuhren den Festketten-
träger in einem chromblitzenden Straßenkreuzer.
Deutsch-englischer Gottesdienst
Am Sonntag fand ein Besuch der evangelischen Christen aus Goch auf Laarbruch statt. Ein Sonderbus brachte die Gläubigen nach Laarbruch. In der St. Andrews Church hielten Pastor Schlimm (links im Foto) und Reverend Grubb (rechts) einen Gottesdienst ab. Im Anschluss traf man sich noch zu einer Tasse Kaffee. Am 4. Mai war eine Gruppe der evangelischen Militärgemeinde von RAF Laarbruch zu Besuch in der evangelischen Kirchengemeinde in Goch gewesen.

Flugplatzkommandant
Group Captain J G G Beddoes RAF löste seinen Vorgänger Grp Cpt Roache ab, der nach nur einem Jahr Dienst als Kommandeur wieder versetzt wurde.

